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Der Thurgau ist ein bodenständiger Kanton - Interview mit Daniel Kalt

vonJulia Frischknecht

Wo steht der Kanton Thurgau heute aus Ihrer Sicht (wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich)?

In unserem kürzlich veröffentlichten Kantonalen Wettbewerbsindikator steht der Kanton Thurgau in einem dicht besetzten Mittelfeld auf Platz 12 des gesamtschweizerischen Rankings. Dabei punktet der Kanton mit einem für Unternehmen überdurchschnittlich soliden Zustand der Staatsfinanzen und einem insgesamt sehr attraktiven Kostenumfeld. In den restlichen sechs Bereichen, die wir zur Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit heranziehen erreicht der Thurgau Werte die fast überall im Durchschnitt der Gesamtschweiz liegen. Mit diesem Befund kommen wohl auch die politisch und gesellschaftlichen Attribute zum Ausdruck, die man dem Thurgau gemeinhin zuschreiben würde – ein durch und durch bodenständiger Kanton, äusserst solide und mit einer guten und recht breit diversifizierten Gesellschafts- und Unternehmensstruktur.

Wo sehen sie den Wirtschaftsstandort Thurgau im Jahr 2030?

Der Kanton Thurgau hat mit seiner guten Ausgangslage und seinem breiten Spektrum an attraktiven Standortvorteilen gute Chancen, sich auch künftig überdurchschnittlich zu entwickeln. Vor allem dann, wenn der Fokus in der Wirtschaftspolitik weiterhin auf attraktive Standortbedingungen für innovative, wachsende Unternehmen gelegt werden.

Was können/möchten Sie zur Entwicklung des Kanton Thurgaus beitragen?

Ich denke, dass wir geraden mit unserem Wettbewerbsranking, mit dem wir acht verschiedene Bereiche der Wettbewerbsfähigkeit anhand von insgesamt über 50 Indikatoren messen, den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern ein wertvolles Instrument in die Hand geben, um zu beurteilen, auf welchen Dimensionen sich mit gezielten Massnahmen die Standortattraktivität noch verbessern lässt. Letztlich ist es aber in der Verantwortung der Politik, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass Wirtschaft und Gesellschaft in einem Kanton florieren können und ein Standort sowohl als Wohn- wie auch als Arbeitsort attraktiv ist.

Wie sehen Sie die Weltwirtschaft im Jahr 2030? Wo steht die Schweiz?

Die Weltwirtschaft wurde durch die Pandemie auf kürzester Zeit auf gewissen Ebenen um einige Jahre zurückgeworfen – etwas, wenn ich an die Normalisierung der ausserordentlichen geldpolitischen Massnahmen wie z.B. Negativzinsen denke – und in wiederum anderen Bereichen schlagartig um vier, vielleicht sogar fünf Jahre in die Zukunft katapultiert. Beispielsweise im Bereich der Digitalisierung. Zweifelsohne wird diese Pandemie vielfältige langfristige Folgewirkungen haben. Ich gehe davon aus, dass wir die Pandemie bis 2030 mindestens soweit kontrolliert haben werden, dass wir von wieder «normalen» Zuständen sprechen werden, im Idealfall gelingt es gar, das Virus ganz auszurotten. In jedem Fall gehe ich davon aus, dass wir damit weiterhin Zuwächse im allgemeinen Wohlstand sehen werden. Die grossen Themen, die uns dann sowohl global wie auch in der Schweiz beschäftigen werden, dürften die wohl weiter eskalierende Rivalität zwischen den USA und China, aber auch der Klimawandel und in der Schweiz ganz besonders die grossen Verteilungsfragen, nicht zuletzt zwischen den Generationen und im Rahmen der nur schwer zu reformierenden Altersvorsorgesysteme sein.

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