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Interview mit Daniel Kalt

von Julia Frischknecht

Das Thema des Wirtschaftsforums Thurgau 2019 lautet: Grenzen – ausloten, erweitern, überschreiten. Wann haben Sie zum letzten Mal Ihre Grenzen ausgelotet oder überschritten?

An meine Grenzen gestossen bin ich letztmals vor ein paar Tagen als unser Sohn, der intensiv Handball spielt, aus dem Training ein paar koordinative Übungen mit nach Haus gebracht hat und die gleich mit der ganzen Familie getestet hat. Zwei Bälle jonglieren, gleichzeitig Schrittfolgen nachvollziehen und dazu noch Name, Adresse und Geburtsdatum aufsagen – das war zu viel für mich.

Die Aktienmärkte haben in der ersten Jahreshälfte geboomt, jüngst aber auch Rückschläge verzeichnet. Wie lange kann es noch nach oben gehen an den Börsen?

Die jüngste Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat für gehörige Verunsicherung gesorgt. Die Notenbanken werden versuchen, mit einer noch expansiveren Geldpolitik einem Abgleiten der Weltwirtschaft entgegen zu wirken. Aber ich denke wir werden uns auf höhere Schwankungen an den Aktien-, Zins- und Währungsmärkten einstellen müssen.

Sie beraten die UBS-Geschäftsleitung in wirtschaftspolitischen Fragen. Was raten Sie unseren Unternehmerinnen und Unternehmern, wenn Sie ins 2020 blicken?

Mit der Kehrtwende der Notenbanken und möglichen Zinssenkungen seitens der US-Notenbank wie auch der Europäischen Zentralbank kommt das Währungsgefüge unter Druck. Manche sprechen gar schon von der Ausweitung des Handelskonflikts hin zu einem Währungskrieg. All dies dürfte auch den Franken unter Aufwertungsdruck setzen und vor allem international orientierte Unternehmen sollten sich daher eine intelligente Absicherungsstrategie für ihre Währungsexposure zurecht legen.

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